Germanistik

Prof. Dr. Gert Hübner

Historische Poetologie des deutschsprachigen Liebeslieds zwischen 1570 und 1630

Die Rezeption italienischer Liebeslieder machte im deutschen Sprachraum zwischen den 1570er und den 1620er Jahren Semantiken der Liebe und kunstsprachliche Formulierungspraktiken verfügbar, die sich markant von den bestehenden Traditionen deutschsprachiger Liebeslieder unterschieden. Das Projekt verfolgt das Ziel, auf der Basis des grossen, in der Literaturwissenschaft nur wenig beachteten Korpus der aus diesem Zeitraum erhaltenen Liederdrucke die poetologischen Spielräume des deutschspachigen Liebeslieds zu rekonstruieren.

Projektmitarbeiter: Dr. des. Björn-Michael Harms

 

PD Dr. Seraina Plotke

Humanistische Antikenübersetzung und frühneuzeitliche Poetik in Deutschland (1450-1620), DFG-Netzwerk

Gegenstand dieses wissenschaftlichen Netzwerks sind Fragen der Übersetzungstypologie und des Literaturtransfers im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit. Im Vordergrund stehen Aspekte der poetologischen Akzentuierungen insbesondere in Übersetzungen von aus der Antike tradierten Texten.

Geschichte/Rechtswissenschaft

Prof. Dr. Lucas Burkart

Entangled World. Venedig, das Osmanische Reich und Byzanz in der Renaissance

Vor dem Hintergrund aktueller Lesarten humanistischer Wissens- und Gelehrtenkultur, deren Bedeutung für die Entwicklung einer europäischen Identität sowie deren (Selbst-)Zuschreibungen, die bis in die Moderne nachwirkten, untersucht das Vorhaben die Beziehungen zwischen Italien und dem Osten zwischen 1400 und ca. 1530. Im Vordergrund steht dabei die sich dieser Verflechtung wohl bewusste italienische Perspektive.

Projektmitarbeiter: Benedikt Bego-Ghina, M.A. und Nicolai Kölmel, M.A.

 

Von der Präsentation zum Wissen. Athanasius Kircher und die Sichtbarmachung der Welt

Aktualität und Bedeutung wissenschaftlichen Denkens und Forschens spiegelt sich heute in der Selbstbeschreibung moderner Gesellschaften als Wissensgesellschaften und im Wissen als deren bedeutendste Ressource. An diesem Stellenwert von Wissen setzt das vorgelegte Projekt an und versucht, eine Kulturgeschichte des Wissens zu entwerfen, die nach sozialer Relevanz und den Bedingungen wissenschaftlichen Denkens und Forschens in der Frühen Neuzeit fragt. Im Zentrum des Forschungsvorhabens stehen die Konstellationen von und Interaktionen zwischen Politik, Religion, Kunst und Ökonomie, in denen sich Wissen konfiguriert.

 

Dr. Anja Rathmann-Lutz

ZeitenWelten. Zur Verschränkung von Weltdeutung und Zeitwahrnehmung im frühen und hohen Mittelalter (DFG-Netzwerk)

 

 

Wahrnehmung von Veränderung im Hochmittelalter und die Möglichkeit einer Historiographie der losen Enden

Das Habilitationsprojekt untersucht die Wahrnehmung von Veränderung und ihre Verschriftlichung bzw. Vertextung sowie Konzeptualisierung im Hochmittelalter an Hand von Briefsammlungen, Verwaltungsschriftgut und ausgewählten theologischen, philosophischen, historiographischen und literarischen Texten. Dabei steht die Wahrnehmung von Veränderung als Zustandsveränderung, als nicht-zielgerichtete Bewegung sowie die Reaktion auf Ungewohntes oder Nichterwartetes und die Möglichkeiten der begrifflichen und sprachlichen Fassung dieser Wahrnehmungen im Mittelpunkt.

Kunstgeschichte

Prof. Dr. Barbara Schellewald

Photismos: Mosaic, a Medium between Visibility and Invisibility (eikones NFS Bildkritik)

At the center of the project is a medium which per se is constructed for transformation. In the changing light, mosaics literally reflect the insurmountable distance to the visibility of the sacred. In that the images assembled from tesserae (glass tiles) evade an immobilizing description, the seeming potential for the visibility of the invisible is fundamentally called into question through a repeated withdrawal. Therefore, the practice of revealing/concealing is not implicit to such an extent in virtually any other medium.

 

Digitale Materialität

Das Projekt Digitale Materialität untersucht, wie sich neue Verfahren zur Beschreibung der Reflexion von Licht auf Oberflächen für die kunsthistorische Forschung eignen. Diese Verfahren werden so angepasst, dass komplex gestaltete Kunstwerke – im Besonderen frühe Grafiken und mittelalterliche Mosaiken – in digitaler Form dargestellt werden können, damit sie für die wissenschaftliche Auswertung nutzbar sind.

Musikwissenschaft

Prof. Dr. Matteo Nanni

Visuelle Logik musikalischer Notation zwischen Mittelalter und Früher Neuzeit

Gegenstand des Projektes ist die Untersuchung der signifikanten Umbrüchen in der Geschichte der musikalischen Notation aus zeichen- und bildtheoretischer Perspektive. Im Zentrum steht die vergleichende Analyse der jeweiligen Übergänge von der rhythmuslosen Quadratnotation zur Modalnotation, dann zur Mensuralnotation und schließlich zur Tactusnotation.

Projektmitarbeiter: Florian Effelsberg, M.A.

 

Ein Kleid aus Noten. Mittelalterliche Basler Choralfragmente als Bucheinbände (zusammen mit Caroline Schärli und Florian Effelsberg)

Der interdisziplinäre und reich illustrierte Sammelband thematisiert die mit Noten bekleideten Bücher des Basler Staatsarchivs. Dabei stehen die Objekte in ihrer gesamten materiellen Erscheinung im Mittelpunkt.
Basler Buchbinder verwendeten nach der Reformation und bis ins späte 18. Jahrhundert hinein Pergamentseiten obsolet gewordener mittelalterlicher Choralhandschriften als Bucheinbände.

 

Dr. Irene Holzer

Liturgical Bodies in Motion – Klangliche Gestik und visuelle Musik im liturgischen Drama des 13. Jahrhunderts (eikones NFS Bildkritik)

Im Spätmittelalter erreicht das liturgische Drama in Form von lateinischen Oster- und Weihnachtsspielen einen ersten Höhepunkt. In dieser Dramatisierung des christlichen Heilsgeschehens innerhalb eines liturgischen Rahmens, die gleichzeitig eine frühe Form des mittelalterlichen Theaters darstellt, wird der Körper zum Kulminationspunkt und gleichzeitig zum Bindeglied einer Neu-/Ästhetisierung präexistenter liturgischer Ausdruckformen (Text/Musik/Gesten) sowie einer unmittelbaren Visualisierung biblischer Erzählungen.

 

Marc Lewon, M.A.

Sources and Practices of Instrumental Music in 15th Century Central Europe (Oxford University dissertation thesis)

The dissertation project is concerned with a description of instrumental practices in late medieval central Europe, roughly covering sources from areas which are now covered by countries such as Germany, Switzerland, Austria, Czech Republic, Poland and some bordering regions.

Philosophie

Prof. Dr. Maarten J.F.M. Hoenen

Commentaries on Peter Lombard’s Sentences: the 15th century

Die Sentenzen des Petrus Lombardus (1157 verfasst) werden bis in die frühe Neuzeit hinein als grundlegendes Handbuch von Theologen verwendet und kommentiert. Heute noch sind rund 1500 Sentenzen-Kommentare bekannt, in denen auf der Grundlage des Sentenzentexts die brennenden theologischen und philosophischen Fragen der jeweiligen Epoche erörtert werden. Die Société Internationale pour l'Étude de la Philosophie Médiévale (SIEPM) hat sich zum Ziel gesetzt, ein in die Jahre gekommenes Repertorium dieser Sentenzenkommentare zu erneuern. Das vorliegende Teilprojekt kümmert sich um die Kommentartradition des 15. Jahrhunderts.

 

Prof. Dr. Ueli Zahnd

Commentaries on Peter Lombard’s Sentences: Projekt-Koordination und Datenbank-Design

Als eines von sieben Teilprojekten, die sich im Auftrag von der Société Internationale pour l'Étude de la Philosophie Médiévale (SIEPM) um je unterschiedliche Epochen der Tradition von Petrus Lombardus Sentenzen (1157 verfasst) auseinandersetzen, waltet Ueli Zahnd als Koordinator des Gesamtprojekts und konzipiert eine Datenbank und eine Weboberfläche, über die das Material gesammelt, bearbeitet und präsentiert wird.